Zum Verein gehören gesellige Anlässe wie Feste und Feiern. Dabei wird getrunken - meist auch Alkohol. Zum Sportverein gehören Siege, Siege werden gefeiert - oft mit Alkohol. Das ist normal. Tatsächlich? Ist es wirklich normal, im Verein Alkohol zu trinken? Sind sich die erwachsenen Mitglieder ihrer Vorbildwirkung für den Nachwuchs bewusst? Kennen sie die mit dem Alkoholkonsum verbundenen Gefahren?
Diesem Spannungsfeld haben wir uns bei der diesjährigen gemeinsamen Herbsttagung von Württembergischer (WSJ) und Baden-Württembergischer Sportjugend (BWSJ) genähert.
Zunächst referierte Peter Eichin aus Lörrach zum Thema "Alkohol und Jugendliche". Außerdem ging er in seinem Impulsvortrag auch auf das (mittlerweile) Bundesmodellprojekt "HaLT - Hart am Limit" ein, für das er bei der Villa Schöpflin tätig ist. Hier geht´s zum Impulsvortrag von Peter Eichin. >>
Im Anschluss konnten die Teilnehmer vier von sechs Wissensinseln besuchen, in denen aktuelle Projekte und Initiativen im Bereich der Suchtprävention vorgestellt wurden. Im Folgenden finden Sie weitergehende Informationen zu den Angeboten der WISSENSINSELN bei der Herbsttagung. Die Vorträge der Referenten stehen als Download zur Verfügung. Klicken Sie einfach den Titel der gewünschten Wissensinsel an, dann können Sie sich die entsprechende Präsentation anschauen / herunterladen. (Hinweis: Die Präsentation bitte "schreibgeschützt" öffnen):
WISSENSINSELN I - "Kinder stark machen" - Dr. Harald Schmid (BZgA)
Suchtprobleme nehmen ihren Anfang häufig im Kindes- und Jugendalter und werden erst im Erwachsenenalter sichtbar. Um dem entgegenzuwirken, muss Prävention frühzeitig und umfassend ansetzen. Mit der Kampagne zur Suchtvorbeugung „Kinder stark machen“ wendet sich die BZgA an alle Erwachsenen, die Verantwortung für Kinder und Jugendliche tragen. Ziel der Kampagne ist es, das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl von Heranwachsenden zu stärken und ihre Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit zu fördern. Aus einer starken, selbstsicheren Position heraus sollen Kinder und Jugendliche „Nein“ zu Suchtmitteln aller Art sagen können. Dafür braucht es nicht nur die Eltern oder Lehrer an der Schule, sondern auch (vorbildliche) Trainer und Betreuer im Verein als Vertrauenspersonen. www.kinderstarkmachen.de
II - "cool and clean" - Rita Bürgi, Adrian von Almmen (SwissOlympic) "cool and clean" ist das größte Präventionsprogramm im Schweizer Sport. "cool and clean" steht für sauberen und fairen Sport. Die Zielgruppe von "cool and clean" sind Jugendliche im Alter zwischen 10 und 20 Jahren und deren Leiter. Das Programm versteht sich als ganzheitlichen, praxisbezogenen und bedürfnisorientierten Präventionsansatz. Wirkungsvolle Prävention geschieht im Alltag und muss langfristig verankert werden. Moderne Prävention darf nicht ausschließlich den Weg der Wissensvermittlung oder der Warnung wählen. Im Vordergrund stehen die Eigenverantwortung der Jugendlichen (keine Nulltoleranz) und die Vorbildfunktion von Erwachsenen (Spitzensportlerinnen und -sportler, Trainer und Trainerinnen, Leitende). www.coolandclean.ch
III - "Verantwortung, Vorbild und Jugendschutz - Ein Leitfaden für Sportvereine" - Peter Eichin (HaLT, Lörrach) Die Jugendleiter der sieben Lörracher Fußballvereine haben sich entschlossen, das ihnen Mögliche zu tun, um durch eine verantwortungsbewusste Vereinskultur einen Beitrag für die gesunde Entwicklung der von ihnen betreuten jungen Sportler zu leisten. Gemeinsam mit Präventionsfachkräften der Villa Schöpflin haben sie einen Leitfaden mit konkreten Empfehlungen verfasst. Die Villa Schöpflin ist Keimzelle des Bundesmodellprojekts Hart Am LimiT – HaLT, einem Präventionsprojekt zur Verhinderung von riskantem Alkoholkonsum bei Jugendlichen. HaLT zielt u.a. darauf ab, auf kommunaler Ebene - und damit auch interessant für Vereine - durch Information und Prävention eine erhöhte Sensibilität beim Thema Alkoholkonsum unter Jugendlichen zu schaffen. Hier finden Sie kompakte Tipps von HaLT für Sportvereine, die sich dem Thema Suchtprävention widmen wollen. >>
IV - "Jugendschutz geht alle an!" - Berthold Weiß (Lkr. Ostalb) Die Zielgruppe des Ostalb-Projekts ist weitgehend identisch mit der des Jugendschutzgesetzes. So wendet sich dieses in der Regel nicht an Kinder und Jugendliche, sondern im Wesentlichen an Erwachsene, z.B. Eltern, Verantwortliche in Verkaufsstellen oder Veranstalter (Disco, Vereine..). Das Projekt möchte dem weit verbreiteten „Sich-aus-der-Verantwortung-Stehlen“ im Zusammenhang mit dem Thema Alkohol entgegentreten und erreichen, dass die in aller Regel ausreichenden Bestimmungen zum Schutz der Jugend wieder in Erinnerung gerufen und von den Zielgruppen entsprechend beachtet werden. Wenn es heute in der Suchtvorbeugung darum geht, Kinder "stark zu machen", kommt den Vereinen eine herausragende Rolle zu. Allerdings fehlt nach wie vor in vielen Fällen das Bewusstsein um die Vorbildfunktion der Jugend- und Übungsleiter/innen und die Möglichkeiten, Jugendarbeit (auch im Verein) nach suchtpräventiven Gesichtspunkten auszugestalten. Hier finden Sie eine umfangreiche Sammlung mit Infos und Tipps zum Projekt "Jugendschutz geht alle an!". >>
V - "Frei ab 12?" - Luitgard Kern (Lkr. Erlangen) Genussmittel, also auch potentielle Suchtmittel (Alkohol, Nikotin, bestimmte Medikamente) sind fester Bestandteil unserer Gesellschaft und in viele Lebensbereiche integriert. Auch im Sportverein gehören sie dazu. Siege werden gefeiert, nach dem Spiel sitzt man noch gemütlich zusammen, usw. Übungsleiter/innen sowie Jugendwarte im Sportverein sind aber für die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen in einer besonderen Vorbildfunktion und tragen pädagogische Verantwortung. Sie alle leisten allein durch ihr engagiertes sportliches Angebot einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Persönlichkeit. Suchtprävention will niemand verteufeln, aber sie will zum Hinschauen anregen; zum Hinschauen, wie man selbst, wie die Institution mit (Nikotin und) Alkohol umgeht und was getan werden kann, um Stärken zu fördern und Risiken abzubauen. „Frei ab 12?“ bietet konkrete Maßnahmen für Sportvereine zum Umgang mit dem Alkohol im Verein. Hier finden Sie den Leitfaden für Sportvereine im Rahmen des Projekts "Frei ab 12?". >>
VI - "Schon 16? Jugendschutz, ich mach mit!" - N.N. (Lkr. Emmendingen) Auch "Schon 16?" wendet sich in erster Linie an die, die Alkohol tatsächlich weitergeben - in Gaststätten, Supermärkten, auf Vereinsfesten.... Jugendliche werden - wie beim JuSchG - nur indirekt angesprochen. Das Projekt möchte die „Altersgrenze 16 mit Leben füllen“, Erwachsene bei der Einhaltung des JuSchg bestärken und Ihnen helfen „Unangenehmes angenehmer zu machen“. Es geht den Initiatoren um das tatsächliche Handeln der Erwachsenen nach dem Motto: Machen müssen sie es ohnehin - "Schon 16?" unterstützt sie dabei! Wenn die Jugendlichen auch noch Einsicht zeigen ist das ein erfreulicher Zusatzeffekt. Interessierte Organisationen und Veranstalter werden mit interessanten Materialien unterstützt. www.jugend-emmendingen.de/schon16
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